Förderung und Belastung nach dem EEG 2014

Die Novelle des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) 2014 ist durch Veröffentlichung zum 01.08.2014 in Kraft treten.  

Direktvermarktung statt festgelegte Vergütungssätze

Das EEG 2014 geht weg von festgelegten Vergütungssätzen hin zur  verpflichtenden Direktvermarktung. Perspektivisch wird aber auch die Direktvermarktung nur ein Zwischenschritt sein, da der Gesetzgeber bereits angekündigt hat, im Jahr 2017 in ein Ausschreibungsmodell zu wechseln.

Die Direktvermarktung gilt zunächst nur für Anlagen ab einer installierten elektrischen Leitung von 500kW. Diese Grenze wird ab 2016 dann auf 100kW abgesenkt. Dies hat für die Anlagenbetreiber zur Folge, dass sie den in Ihrer Anlage erzeugten Strom an der Börse vermarkten, bzw. diesen über einen Direktvermarkter vermarkten lassen müssen, wobei sie zusätzlich zum erzielten Preis nur noch die sogenannte Marktprämie erhalten. Die Marktprämie errechnet sich aus der Differenz zwischen dem anzulegendem Wert und dem durchschnittlichen Monatsmarktwert. Boni, wie sie das EEG 2012 kannte, wurden gestrichen und mit Ihnen die Einsatzstoffvergütungsklassen. 

Die anzulegenden Werte für die Vergütungs- bzw. Prämiensätze

Direktvermarktung mit Marktprämie

Strom aus Biomasse
Bis 150 kW             13,66 Cent/kWh
Bis 500 kW             11,78 Cent/kWh
Bis 5000 kW           10,55 Cent/kWh
Bis 20000 kW          5,85 Cent/kWh

Vergärung von Bioabfällen
Bis 500 kW             15,26 Cent/kWh
Bis 20000 kW         13,3 Cent/kWh

Vergärung von Gülle 
(80 Masse-%; Stromerzeugung am Standort Biogasanlage    
Installierte  Leistung
max. 75 kW            23,73 Cent/kWh

 

Alle Anlagen mit Inbetriebnahme vor dem 1.1.2016 und einer installierter Leistung bis 500 kW und Anlagen mit Inbetriebnahme nach dem 31.12.2015 und einer installierten Leistung bis 100 kW gilt ein um 0,2 ct/kWh gegenüber dem anzulegende Wert neüber verminderter Satz 

Förderbegrenzungen

Förderung für Anlagen > 100 kW installierter Leistung nur bis Anteil Strommenge, der der Bemessungsleistung der Anlage von 50% der installierten Leistung entspricht. Für darüber hinausgehende Strommengen gilt: Marktprämie=0. 

Belastung statt Förderung der Eigenversorgung

Im Gegensatz zum Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz, belastet der Gesetzgeber mit dem EEG 2014 erstmalig auch den selbst erzeugten und verbrauchten Strom mit der EEG-Umlage. Die Neuregelungen des §61 EEG 2014 findet Anwendung auf alle Neuanlagen, die ab dem 1. August 2014 ans Netz gehen.

Eine verringerte Umlagebelastung erfahren hier lediglich Erneuerbare Energien Anlagen und KWK-Anlagen. Letztere kommen nur für die geringere Umlagebelastung in Betracht, sofern diese hocheffizient im Sinne des §53a Abs.1 Satz 3 des Energiesteuergesetzes sind und „einen Monats- oder Jahresnutzungsgrad“ von mindestens 70% nach §53a Abs.1 Satz 2 Nr.2 des Energiesteuergesetzes erreichen. Neuanlagen, die diesen Kriterien entsprechen, haben auf den selbst erzeugten und verbrauchten Strom ab dem 1. August 2014 30% der EEG-Umlage zu entrichten. Bei einer aktuelle EEG-Umlage von 6,24 ct/kWh beträgt der zu entrichtende Satz 1,87 ct/kWh. Dieser wird in den Folgejahren sukzessive auf 40% angehoben:

für Strom nach 31.7.14 und vor 1.1.2016       30% EEG-Umlage
für Strom nach 31.12.15 und vor 1.1.2017     35% EEG-Umlage
für Strom ab 1.1.2017                                  40% EEG-Umlage

Anzeigepflicht

Der Eigenversorger muss nach §74 bis zum 31. Mai des Folgejahres seinen Eigenverbrauch bei seinem Übertragungsnetzbetreiber anzeigen. Unterbleibt diese Anzeige, werden 100% der EEG-Umlage fällig. 

Ausnahmetatbestände

Bestandslagen nach §61 Abs.3 EEG sind von der EEG-Umlage befreit. Zudem stellt der Gesetzgeber den Kraftwerkseigenverbrauch frei und gewährt auch reinen Insellösungen die Umlagefreiheit. 

Bagatellgrenze

Erzeugungsanlagen mit einer Leistung von bis zu 10 kW und einer Jahresarbeit von bis zu 10 MWh fallen unter eine Bagatellgrenze. Letztere ist gleitend formuliert, sodass z.B. bei einer Jahresleistung einer Anlage ? 10 kW von 15 MWh lediglich 5 MWh umlagepflichtig würden. 

Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) hat zur Eigenverbrauchsregelung nach § 61 EEG 2014 folgendes Schema erstellt.

Der Gesetzestext des EEG 2014 ist unter folgendem Link abrufbar:

Erneuerbare-Energien-Gesetz-EEG 2014

Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2012

Antragsberechtigt sind Betreiber von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien. Für Anlagen, die nach dem EEG gefördert werden, ist die Förderung nach dem KWK-G ausgeschlossen.

Das EEG regelt:

  • den vorrangigen Anschluss von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien und aus Grubengas im Bundesgebiet einschließlich der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (Geltungsbereich des Gesetzes) an die Netze für die allgemeine Versorgung mit Elektrizität
  • die vorrangige Abnahme, Übertragung und Vergütung dieses Stroms durch die Netzbetreiber
  • den bundesweiten Ausgleich des abgenommenen und vergüteten Stroms

Für jede Anlage im Sinne des EEG werden festgelegte Vergütungssätze für 20 Jahre, zusätzlich zum Jahr der Inbetriebnahme, gewährt. Die Höhe der Vergütung für den Strom hängt von der Energiequelle und der Größe der Anlage, sowie vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage ab. Das Inbetriebnahmejahr legt den für die Anlage geltenden Vergütungssatz fest. Die Vergütungssätze sinken jährlich für neu in Betrieb genommene Anlagen. Das heißt je später eine Anlage in Betrieb genommen wird, desto geringer ist die Vergütung (jährliche Degression). 

Hier sind nur die Vergütungssätze genannt, die sich auf die Stromerzeugung aus Biomasseanlagen (meist über BHKW) beziehen, welche 2012 in Betrieb genommen werden.

Die Vergütung von Strom aus Biomasse richtet sich grundsätzlich nach einem Vergütungssystem mit vier nach der Bemessungsleistung der Anlage gestaffelten Vergütungsklassen (Grundvergütung) und zwei zusätzlichen Einsatzstoffvergütungsklassen für die Verwendung bestimmter Einsatzstoffe.

Für Strom aus förderfähigen Anlagen beträgt die Grundvergütung:
- bis 150 kW 14,30 Cent/kWh
- bis 500 kW 12,30 Cent/kWh
- bis 5 MW 11,00 Cent/kWh
- bis 20 MW 6,00 Cent/kWh

Die zusätzliche Vergütung der Einsatzstoffvergütungsklasse I (für den Stromanteil aus  Einsatzstoffen gemäß Anlage 2 der  Biomasseverordnung) beträgt:
- bis 500 kW 6,00 Cent/kWh
- bis 750 kW 5,00 Cent/kWh
- bis 5 MW 4,00 Cent/kWh
- für Strom aus Rinde oder aus Waldrestholz von über 500 kW bis 5 MW 2,50 Cent/kWh

Die zusätzliche Vergütung der Einsatzstoffvergütungsklasse II (für den Stromanteil aus Einsatzstoffen gemäß Anlage 3 der Biomasseverordnung) beträgt:
- bis 500 kW 8,00 Cent/kWh
- bis 5 MW 8,00 Cent/kWh bzw. 6,00 Cent/kWh bei Strom aus Gülle

Die Einsatzstoffvergütung erfolgt anteilig, verschiedene Einsatzstoffe können gemischt werden.

Die Vergütung von Strom aus Biogas welches aus einem Erdgasnetz entnommen wird (Biomethan) kann bis einer Bemessungsgrundlage von 5MW um einen Aufbereitungs- Bonus erhöht werden, bei einer Nennleistung der Gasaufbereitungsanlage von
- max. 700 Normkubikmetern aufbereitetem Biogas pro Stunde um 3 Cent/kWh
- max. 1000 Normkubikmetern aufbereitetem Biogas  pro Stunde um 2 Cent/kWh
- max. 1400 Normkubikmetern aufbereitetem Biogas  pro Stunde um 1 Cent/kWh

Anlagen mit einer installierten Leistung über 20 MW können bis zu einem Leistungsanteil von 20 MW ebenfalls anteilig die oben genannten Vergütungen in Anspruch nehmen.

Biomasseanlagen müssen 60 % Wärmenutzung (in der Anfangsphase nur 25 %) oder – im Fall von Biogasanlagen als Alternative – 60 % Gülleeinsatz nachweisen. Werden diese Anforderungen nicht erfüllt, ist nur die Direktvermarktung, z. B. in die Marktprämie, möglich.

Der Einsatz von Mais und Getreidekorn in Biogasanlagen ist kalenderjährlich auf 60 Masseprozent begrenzt.

Strom aus Bioabfallvergärungsanlagen mit einem kalenderjährlichen Einsatz von mind. 90 Masseprozent bestimmter Bioabfälle und aus kleinen Gülle-Biogasanlagen mit einem kalenderjährlichen Einsatz von mind. 80 Masseprozent wird gesondert vergütet.

Die Vergütung von Strom aus Bioabfallvergärungsanlagen beträgt bei Erfüllung der besonderen Vergütungsanforderungen:
- bis 500 kW 16 Cent/kWh
- bis 20 MW 14 Cent /kWh

Die Vergütung von Strom aus kleinen Gülle-Biogasanlagen bis 75 kW beträgt bei Erfüllung der besonderen Vergütungsanforderungen 25 Cent/kWh.

Für Betreiber von Biogasanlagen, die sich für eine Direktvermarktung ihres Stroms entscheiden, wurde eine Flexibilitätsprämie eingeführt, um Investitionen in die Fähigkeit zur bedarfsorientierten flexiblen Stromerzeugung in Biogasanlagen zu fördern. Die Förderung soll Investitionen in größere Gasspeicher und Generatoren ermöglichen. Die Prämie wird gewährt für die Bereitstellung zusätzlicher installierter Leistung für eine bedarfsorientierte Stromerzeugung. Die Berechnung erfolgt für die jeweils zusätzlich bereitgestellte installierte Leistung nach Maßgabe der Anlage 5 des EEG. Die Anforderungen an eine bedarfsorientierte Stromerzeugung gemäß EEG § 33i müssen erfüllt werden.

Ab 2014 ist die Direktvermarktung von Strom aus neuen Biogasanlagen ab 750 kW installierter Leistung verpflichtend.

Bei neuen Anlagen wird die Stromerzeugung aus flüssiger Biomasse nicht mehr gefördert. Die jährliche Degression für den einsatzstoffunabhängigen Teil der Vergütung beträgt 2 %.