Strom und Wärme vor Ort

Strom und Wärme gemeinsam und effizient erzeugen -  
Mini-Blockheizkraftwerke nachbarschaftlich betreiben.

Wohnblocks, Reihenhäuser, benachbarte Häuser können ihr BHKW günstiger und effizienter betreiben, wenn sie sich zu einem Nachbarschaftskraftwerk zusammenschließen.

Im Rahmen des städtischen Projekts „Kraftwerk Wiehre“ förderte die Stadt Freiburg vorbildhafte Modellprojekte. Dazu gehörten unter anderem auch Versorgungsverbunde zwischen mehreren benachbarten Gebäuden.

Darüberhinaus sucht die Stadt geeignete Wohn- oder Gewerbegebiete für Nahwärmenetze. Sprechen Sie uns an (0761 7671644).

Was ist unter einem Nachbarschaftskraftwerk zu verstehen?

Ein BHKW-Nachbarschaftskraftwerk ist ein kleines Nahwärmenetz, das zwei oder mehr benachbarte Gebäude mit Wärme und Strom versorgt. Die Gebäude stehen möglichst nah beieinander und werden im Optimalfall nicht durch öffentliche Flächen, Straßen oder versiegelte Flächen getrennt. In einem der Gebäude wird ein Blockheizkraftwerk untergebracht. Für die Verteilung der Wärme aus dem BHKW in die anderen Gebäude sorgt ein Leitungsnetz.

Neben der Wärme erzeugt das BHKW Strom, der in den angeschlossenen Gebäuden und auch in weiteren Gebäuden in räumlicher Nähe genutzt werden kann. Je mehr des vom BHKW erzeugten Stroms vor Ort genutzt werden kann, desto rentabler wird das Projekt.

In welchen Fällen ist das sinnvoll?

Gerade typische großstädtische Wohnblocks wie sie in der Wiehre, im Stühlinger aber auch in anderen Stadtteilen vorhanden sind, eignen sich hervorragend für den Zusammenschluss bei der Wärmeversorgung. Schon zwei Gebäude, die sich gemeinsam versorgen, sind gegenüber Einzellösungen sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich vorteilhaft.

Viele Wohngebäude in der Wiehre liegen in einer Größenordnung zwischen 5 und 8 Wohnungen. Die untere Grenze, ab der die Stadt Freiburg im Rahmen von Kraftwerk Wiehre BHKW-Projekte fördert, liegt bei einem Strom- und Wärmebedarf von zusammen 50.000 kWh jährlich. Damit das BHKW später wirtschaftlich betrieben werden kann, sollte der Stromeigenverbrauch mindestens bei 30% liegen. Der Grund dafür ist, dass mit öffentlichen Geldern insbesondere Technologien und Konzepte gefördert werden sollen, die einen Beitrag zu einer wirtschaftlich tragfähigen Energiewende leisten können. Mit 5 bis 8 Parteien ist die Wirtschaftlichkeit oft nur knapp gegeben. Mit zweien solcher Gebäude wird die Wärme- und Stromversorgung mit einem BHKW sehr viel interessanter, dies sollte unbedingt geprüft werden.

Das Gleiche gilt für Wohngebiete mit Ein- oder Zweifamilienhäusern. Der Zusammenschluss von z.B. vier oder mehr Häusern, die sich gemeinsam selbst mit Strom und Wärme versorgen, ist ökologisch eine sinnvolle Lösung und kann wirtschaftlich sehr attraktiv sein. 

Eigentümer, deren Liegenschaft allein für ein BHKW nicht groß genug ist, sollten in der Nachbarschaft klären, ob ein Zusammenschluss mit einem oder mehreren der benachbarten Gebäude in Frage kommt. Sprechen Sie Ihre Nachbarn an oder nennen Sie uns einen Ansprechpartner. Das Interesse an einer effizienten Energieversorgung ist groß und möglicherweise haben Ihre Nachbarn auch schon über etwas ähnliches nachgedacht.

Wie ist die rechtliche Beziehung zwischen den Gebäudeeigentümern?

Die Gebäudeeigentümer können gemeinsam in die Anlage investieren, zu gleichen oder zu unterschiedlichen Anteilen oder es investiert nur eine Partei. Die Investition kann auch als Anlagencontracting durch eine unabhängige dritte Partei erfolgen. Es ist für das Projekt nicht von Bedeutung, wer der Eigentümer des BHKW ist. Eine rechtliche und steuerliche Beratung für die Vertragsgestaltung und die Wahl der Gesellschaftsform ist aber in jedem Fall erforderlich. Hier hilft das Projektteam Kraftwerk Wiehre weiter.

Beispiele für Nachbarschaftskraftwerke