Klimaerwärmung durch Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Abholzung der Wälder

Worüber sich die meisten Experten einig sind:

  • Die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre ist seit ca. 1850 stark angestiegen. Sie lagen über viele tausend Jahre bei einem Wert um die 280 ppm und bis heute auf über 380 ppm gestiegen.
  • Für diesen Anstieg ist der Mensch verantwortlich, in erster Linie durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, in zweiter Linie durch Abholzung von Wäldern.
  • Seit 1900 stieg die globale Temperatur bereits um fast 1°C. Die Temperaturen des letzten Jahrzehnts waren global die Wärmsten seit Beginn der Messungen im 19.Jahrhundert.
  • Der überwiegende Teil dieser Erwärmung ist auf die gestiegene Konzentration von CO2 und anderen anthropogenen Gasen zurückzuführen.
  • CO2 ist ein klimawirksames Gas, das den Strahlungshaushalt der Erde beeinflusst. Ein Anstieg der CO2-Konzentration führt zu einer Erwärmung der oberflächennahen Temperaturen. Verdoppelt sich der CO2-Gehalt der Luft, steigt die globale Mitteltemperatur um 2 bis 4°C an.

Die folgende Grafik zeigt den kontinuierlichen Anstieg der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre anhand der Messreihen der Messtation auf dem Schauinsland im Schwarzwald (1972-2010).
 

Kohlendioxid-Emissionen der Energiewirtschaft sind konstant geblieben

Während bei den Haushalten oder im Verkehr die CO2-Emissionen seit 1990 leicht abgenommen haben, sind sie bei der Erzeugung von Energie, insbesondere Strom nahezu konstant geblieben. Die Energiewirtschaft trägt etwa zur Hälfte der Kohlendioxid-Emissionen bei. Halbiert hat sich dagegen die Energieintensität (Energieeinsatz / Bruttoinlandsprodukt). Folgende Grafik zeigt die Entwicklung der CO2-Emissionen der Energiewirtschaft und der Energieintensität in Deutschland (Datenquelle: Umweltbundesamt).

Auch in der der Europäischen Union (EU) überwiegt die Stromerzeugung aus Kohle (30 %). Der Strom aus Kohle ist damit EU-weit für 70% aller CO2-Emissionen bei der Energieerzeugung und für 24 % der gesamten CO2-Emissionen in den EU Ländern verantwortlich (Bezugsjahr 2005, Quelle www.europa.eu).

Weitere Ursachen für die Klimaerwärmung

Dass es auch noch andere wichtige Ursachen für die Klimaerwärmung gibt zeigt eine 2011 im Science Magazine veröffentlichte Studie.

Von 400 untersuchten Maßnahmen zur Reduktion von Klimagasen haben die Wissenschaftler 14 ermittelt, die besonders effektiv und schnell umsetzbar seien.

So haben sie ermittelt, dass es besonders kostengünstig ist, die Methan und Rußemissionen zu reduzieren und man damit den erwarteten Anstieg der Mitteltemperatur um 0,5 °C bis 2050 reduzieren könnte. So bereiten erdweit etwa drei Milliarden Menschen ihr Essen auf Öfen zu, die Holz, Dung oder Kohle verbrennen.

Zu den kostengünstigsten Maßnahmen zur Eindämmung von Methan und Rußpartikeln in der Atmosphäre zählen

  • die Reduktion von entweichendem Erdgas beim Bergbau, der Öl- und Gasförderung sowie bei Pipelines,
  • die periodische und zeitweise Trockenlegung von Reisplantagen,
  • die Reduktion von Gasen bei der Tierhaltung,
  • das Einbauen von Abgasfiltern in Dieselautos, 
  • das Stilllegen von alten Autos mit hohen Rußemissionen,
  • der Stopp des Abbrennens von Wald und Agrarland,
  • das Modernisieren von Kochöfen.

Diese Luftreinhaltung hätte den Nebeneffekt, so die Forscher, dass deutlich weniger Menschen an Atemwegserkrankungen sterben oder leiden müssten und sich die Ernteerträge verbessern würden.

Wie man allerdings 3 Milliarden Menschen dazu bringt, rußärmer zu kochen, dafür bietet die Studie noch keine Lösung.